• Historie Bulgarien

    historische und prägende Figuren Bulgariens

Bulgarien konnte sich besonders in der jüngeren Vergangenheit zu einem der beliebtesten Länder für deutsche Auswanderer entwickeln. Sie können in Bulgarien nicht nur alleine einen atemberaubenden Urlaub am Sonnenstrand oder am Goldstrand erleben, sondern auch ein Leben zu bezahlbaren Lebenshaltungskosen und in einem mediterranen Klima genießen. Wenn sie nach Bulgarien aufbrechen wollen, können Sie selbstverständlich auf einen hohen europäischen Standard bauen. In Bulgarien sollten Sie sich allerdings auch genauer mit diesem geschichtsträchtigen Land auseinandersetzen. Es kann besonders interessant sein, sich auch mit den größten Persönlichkeiten des Landes näher auseinanderzusetzen.

Die bulgarische Geschichte hat diesen Personen viel zu verdanken. Da die Bulgaren grundsätzlich ein traditionsbewusstes Volk sind, sollten Sie einige wichtige Grundsätze über die Historie des Landes kennen. In diesem Artikel erhalten Sie viele wichtige Informationen über die berühmten Persönlichkeiten Bulgariens und deren Taten, welche sich nachhaltig auf die Entwicklung dieses beliebten Balkan Landes ausgewirkt haben. In diesem Bericht wird allerdings nicht nur alleine auf die politischen Eckpfeiler eingegangen, sondern auch auf kulturelle Vorreiter und Personen, welche nachhaltig die Bildung in Bulgarien vorangetrieben haben.

Aleksandar Stoimenow Stambolijski – ein Reformer Bulgariens

Aleksandar Stoimenow Stambolijski war ein bedeutender Ministerpräsident Bulgariens, welcher besonders nachhaltig die weitere Entwicklung des Landes geprägt hat. Er wurde am 1. März 1879 geboren und bereits in vergleichsweise jungen Jahren am 19. Juni 1923 ermordet. Da er eine der prägenden Figuren in der bulgarischen Revolution gewesen ist, wollen wir seinen Werdegang ganz genau betrachten.

Aleksandar Stoimenow Stambolijski konnte seine politische Karriere bereits in jungen Jahren auf den Weg bringen. Nachdem er zunächst eine Schule für Agrarwirtschaft besuchte, lernte er in seinem späteren Werdegang einen einflussreichen Mann aus der damaligen bulgarischen Bauernpartei kennen. Dabei handelt es sich um Janko Sabunow, welcher ein bedeutender Redakteur Bulgariens und gleichzeitig auch ein Mitglied in der Partei der bulgarischen Bauernbewegung gewesen ist. Stambolijski konnte sich sehr schnell mit den politischen Zielen der Partei identifizieren, da diese explizit auf die sozialen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Landwirte in Bulgarien hingewiesen haben. Es dauerte nicht lange, bis er selbst dieser Partei beitrat. In seinen späteren Jahren lernte er dort auch seine zukünftige Frau kennen. Später besuchte er noch mehrere Schulen in Deutschland und konnte somit nachhaltig seinen Wissensstand im internationalen geschehen erweitern.

In der näheren Zukunft konnte Stambolijski seine Karriere in der Politik rasch vorantreiben. Bereits im Jahre 1905 wurde er Vorsitzender des Bauern Volksbundes. Nur drei weitere Jahre später wurde er zudem als Abgeordneter in die Nationalversammlung gewählt. Dort vertrat er die Interessen der Bauern und konnte bereits erste Erfolge für sich verzeichnen, sodass er bei den nächsten Wahlen im Jahre 1911 bereits einstimmig wiedergewählt wurde. Der Bauernvolksbund konnte sich in den Folgejahren eindrucksvoll zur stärksten Partei der Opposition in Bulgarien entwickeln. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges stellte er sich massiv gegen ein Bündnis mit Deutschland und Österreich-Ungarn. Aufgrund dieser Haltung wurde er sogar inhaftiert.

Stambolijski wurde daraufhin erst im Jahre 1918 aus der Haft entlassen. In der bulgarischen Politik konnte sich der Bauern Volksbund mittlerweile als stärkste Kraft etablieren. Im Jahre 1919 gewann die Partei die Wahlen in Bulgarien und Stambolijski wurde zum neuen Ministerpräsidenten des Landes erklärt. Von da an war er allein regierender und konnte bereits in den Folgejahren straffere Formen auf den Weg bringen. Dabei ging es in erster Linie um die Enteignungen vom Großgrundbesitz und um einheitliche Regelungen in der Agrarwirtschaft.

Im Jahr 1923 unterzeichnete er mit Jugoslawien ein besonderes Abkommen über den beidseitigen Schutz der Grenzen, was zu starken Gegenwind aus der bulgarischen Heimat führte. Als sich Stambolijski nur kurze Zeit darauf im Urlaub befand, gab es einen erfolgreichen Putsch der Nationalisten und Stambolijski wurde als Ministerpräsident abgesetzt und verlor daraufhin jeglichen politischen Einfluss in Bulgarien.

Da er nun die Verfolgung durch die Nationalisten fürchten musste, versteckte sich Stambolijski in seinem Heimatdorf. Trotzdem wurde er nur kurze Zeit später aufgespürt, gefoltert und anschließend ermordet.

Todor Schiwkow

In der sozialistischen Phase Bulgariens war Todor Schiwkow der mit Abstand prägendste Politiker des Landes. Zu dieser Zeit fand in Bulgarien ein großer Umbruch statt, was zu großen Turbulenzen in diesem Land führte. Todor Schiwkow gehört nach wie vor zu den Politikern, welche nachhaltig immer wieder mit dieser Ära des Landes in Verbindung gebracht werden.

Todor Schiwkow wurde im Jahre 1911 geboren und verstarb 1998 in Sofia. In seiner politischen Karriere war er erster Sekretär der bulgarischen Kommunistischen Partei und zeitweise Staatschef von Bulgarien. Seine Amtszeit dauerte von 1954 bis 1989. Unter den Mitgliedstaaten des Warschauer Paktes war er damit der Politiker mit der deutlich längsten Amtszeit.

Todor Schiwkow wuchs in den ländlichen Regionen Bulgariens unter ärmlichen Bedingungen auf und zog bereits als Jugendlicher nach Sofia, um sich dort eine bessere Zukunft aufbauen zu können. Jahre 1932 trat er in die Jugendbewegung der bulgarischen Kommunistischen Partei ein, da er sich absolut mit den damaligen Parteizielen identifizieren konnte. In den Folgejahren ging er immer mehr in seiner politischen Arbeit auf und konnte als vorläufigen Höhepunkt innerhalb seiner Partei im Jahre 1954 den Posten des Generalsekretärs wahrnehmen. Damit ging ja auch zeitgleich als jüngster Parteichef dieser Bewegung in die Geschichte ein. Seine eigentliche Amtszeit als Staatsoberhaupt in Bulgarien begann allerdings in die erst im Jahre 1956, nachdem der damalige Staatschef Walko Tscherwenkow zum Rücktritt gezwungen wurde.

In den Jahren seiner Regierungszeit brachte er einige wichtige Entscheidungen auf den Weg. Generell konnte sich die Versorgung in Bulgarien stark verbessern und auch das Bildungsniveau konnte eine neue Ebene erreichen. Damit konnte dieses junge Staatsoberhaupt einige wichtige politische Erfolge in seiner Regierungszeit für sich verbuchen. In seiner weiteren politischen Laufbahn musste er allerdings auch einige Rückschläge einstecken. Besonders der Versuch, Bulgarien in die Sowjetunion einzugliedern, stieß in der Heimat auf starken Widerstand.

Nachdem sich seine Amtszeit dem Ende entgegen neigte, versuchte er noch Bulgarien weiterhin zu modernisieren. Nach dem Fall des Realsozialismus wurde allerdings aus der bulgarischen Kommunistischen Partei ausgeschlossen. Nur kurze Zeit nach seiner Amtsenthebung konnte ihm auch Korruption und Plünderung der Staatskassen nachgewiesen werden. Daraufhin wurde er zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt, welche allerdings aufgrund seines Gesundheitszustandes im Jahre 1996 in einen Hausarrest umgewandelt wurde. Letztendlich starb er im Jahre 1998 an den Folgen einer Lungenentzündung.

Christo – ein ganz besonderer Künstler

Sie können in Bulgarien zu jeder Zeit die Vielfalt dieses Landes entdecken. Nachhaltig haben Bulgarien aber nicht nur Politiker das Land geprägt, sondern auch viele Individualisten und Künstler. Wenn Sie sich für Kunst und Kultur interessieren, gibt es an Christo mit Sicherheit kein Vorbeikommen.

Christo wurde im Jahre 1935 geboren und ist nach wie vor auch unter seinem bürgerlichen Namen Wladimirow Jawaschew bekannt. Christo konnte sich bereits in jungen Jahren einen Namen als Verpackungskünstler machen, da sich sein Talent im Umgang mit verschiedenen Stoffen bereits früh bemerkbar machte. Diese Gabe entdeckte er bereits in jungen Jahren und schloss sich im Jahre 1953 der Akademie der schönen Künste in Bulgarien an.

Christo hatte während seines Studiums allerdings oft mit dem strengen Lehrplan des damaligen kommunistischen Regimes zu kämpfen. Er fühlte sich in seinen Gedankengängen und in seiner persönlichen Verwirklichung eingeschränkt und ergriff daraufhin im Jahre 1957 die Flucht zu Freunden nach Österreich. Daher machte sich Christo auch im deutschsprachigen Raum einen Namen. Nach seinem Aufenthalt in Österreich ging er für kurze Zeit nach Genf, um sich dann wenig später in Paris selbst verwirklichen zu können.

In den Anfangsjahren lebte Christo eher schlecht als recht von seiner Kunst, ehe er 1985 seine erste Farbdose verhüllte und somit eine echte Nische für sich entdecken konnte. Verhüllungskünstler gab es zu diesem Zeitpunkt kaum und Christo konnte erkennen, dass er auch für diese Tätigkeit ein herausragendes Talent besitzt. Als Verhüllungskünstler machte er sich in den Folgejahren einen Namen, da er verschiedene Gebäude und Werke eindrucksvoll verschleiern und spiegeln konnte. Als größten Erfolg für Christo kann nach wie vor die Verhüllung des Berliner Reichstages im Jahre 1995 bezeichnet werden.

Fazit: Bulgarien hat ihnen auch geschichtlich einiges zu bieten. Dabei ist besonders festzuhalten, dass nicht nur politisch aktive Personen die Geschichte nachhaltig geprägt haben, sondern auch viele Künstler und Intellektuelle einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben. Wenn Sie sich besonders für die Geschichte interessieren, werden sie auch auf viele Ereignisse in diesem Land treffen, welche sie beeindrucken werden. Bulgarien hat damit weitaus mehr als den Sonnenstrand und den Goldstrand in den Regionen Varna und Burgas zu bieten.