• traditionelle Feiertage Bulgarien

    Bulgarische Feiertage

Feiertage in Bulgarien

In Bulgarien gibt es zahlreiche traditionelle Feiertage. Hierbei gibt es unterschiedliche Hintergründe, die sowohl geschichtliche als auch religiöse Einflüsse miteinander verbinden. Viele Feiertage des Landes stehen zudem im unmittelbaren Zusammenhang mit der Arbeit der Bulgaren in der Landwirtschaft, in der Viehzucht und im Weinbau. Der bulgarische Feiertagskalender hat bereits seit langer Zeit bestand und nimmt auch hinsichtlich seiner Rituale Einfluss auf die Mentalität der Bulgaren. Über 85 % der bulgarischen Bevölkerung sind dem orthodoxen Glauben zuzuschreiben. Daher beziehen sich auch die meisten Feierlichkeiten des Landes auf die Traditionen der orthodoxen Kirche. Weitere Religionen in Bulgarien sind der Islam und in einer kleinen Minderheit auch das Judentum. In diesem Artikel erfahren Sie viel Interessantes zu den traditionellen Feiertagen in Bulgarien. Die einzelnen Feiertage werden zudem auch geschichtsträchtig genauer durchleuchtet, sodass   Sie sich einen genauen Eindruck über die jeweiligen Ereignisse aus der Vergangenheit verschaffen können.

1. Februar: Gedenktag für die Opfer des kommunistischen Regimes in Bulgarien

Jeweils am 1. Februar eines Jahres finden die Gedenkfeiern für die Opfer des kommunistischen Regimes in Bulgarien statt. In diesem Zusammenhang wird in der Hauptstadt Sofia eine Gedenkfeier abgehalten, an der auch einflussreiche bulgarische Politiker teilnehmen. Auf diesen Gedenkfeiern soll stets vor den Fehlern des Kommunismus gewarnt werden und die Menschen sollen dazu ermutigt werden, ihr Handeln stets genau zu durchdenken und die gleichen Fehler nicht in der Zukunft zu wiederholen.

1. März: Baba Marta Tag (der Marteniza Tag)

Am 1. März und auch in den folgenden Tagen schenken sich die Menschen in Bulgarien einer alten Tradition nach, kleine rot-weiß Armbänder sowie kleine rot-weiße Faden Puppen. Die rote Puppe ist hierbei männlich und trägt den Namen Pijo. Die weiße weibliche Puppe hingegen trägt den Namen Penda. Beide zusammen sind als Marteniza bekannt. Marteniza hängt mit der bulgarischen Bezeichnung „Mart“ für März zusammen. Der Legende nach ist Baba Marta eine alte und verärgerte Frau, die mit ihrer schlechten Laune stets das Wetter im März beherrscht. Die Kinder in Bulgarien tragen diese Symbole entweder um das rechte Handgelenk oder um den Hals. Die Bulgaren glauben, dass sie durch diese Tradition, Baba Marta mild stimmen können und somit kein eisiges Wetter im März fürchten müssen. In alter Tradition werden die Martenizi so lange getragen, bis die Menschen ein erstes Zeichen für den Frühlingsanfang erkennen können. Hierbei kann es sich beispielsweise um einen Storch, eine Schwalbe oder um erste Knospe handeln. Der März ist daher besonders für die Bulgaren in ländlichen Regionen sehr wichtig. Ackerbau und Viehzucht können nur erfolgreich betrieben werden, wenn es nach den harten Wintermonaten keine verlängerte Eiszeit gibt. Daher wird der Baba Marta Tag auch besonders ernst unter den traditionellen Feiertagen in Bulgarien genommen.

3. März: Tag der Befreiung Bulgariens von der osmanischen Herrschaft

Bulgarien ist in der Vergangenheit fast fünf Jahrhunderte vom Osmanischen Reich besetzt worden. Es ist besonders erstaunlich, dass nach dieser langen Zeit der Fremdherrschaft, trotzdem die alten Kulturen der Bulgaren und das Schriftgut bewahrt werden konnten. Im Jahr 1878 erhielten die Bulgaren mit Unterstützung der russischen Armee ihre Freiheit zurück und konnten das Osmanische Reich zerschlagen und aus ihrem Land vertreiben. Die Befreiung Bulgariens war zudem ein wichtiger Schachzug für die Russen im damaligen Krieg gegen die Türkei. In diesem Zusammenhang wurde die russische Armee von zahlreichen bulgarischen freiwilligen unterstützt. Offiziell wurde die Befreiung Bulgariens durch die Unterzeichnung des Friedensvertrages von San Stefano bestätigt. In späteren Jahren wurde dieses Dokument durch den Berliner Vertrag ersetzt. Der 3. März ist daher ein sehr wichtiger nationaler Feiertag in Bulgarien, welcher im ganzen Land ausgiebig gefeiert wird. An diesem Tag finden zudem sehr viele öffentliche Veranstaltungen statt, die Sie im ganzen Land besuchen können. Vor dem endgültigen Fall des Osmanischen Reiches war Bulgarien sehr lange das einzige Balkanland, welches sich vollständig von der osmanischen Herrschaft befreien konnte.

Ostern (Auferstehung Christi)

Ostern ist der erste und größte Feiertag der neutestamentlichen Kirche und hat in Bulgarien einen sehr hohen Stellenwert. Dieser Tag bezeichnet die Auferstehung Jesu Christi, des Sohn Gottes, der mit seinem Tod, die Menschen von ihren Sünden erlöst hat und mit der Auferstehung Hoffnung auf Leben nach dem Tod bringt. Das Bemalen von Ostereiern ist die wichtigste bulgarische Tradition, die an diesem Feiertag stattfindet. Das erste Ei wird hierbei traditionell rot gefärbt. Anschließend werden die Wangen der Kinder mit diesem Ei berührt. Diese Tradition steht für Glück und Gesundheit für die Zukunft. Bulgaren gehen außerdem in die Kirche und zünden Kerzen für die Gesundheit der Familie an. Hierbei handelt es sich um eine sehr alte Tradition, die bereits von vielen Generationen streng eingehalten wird. Die älteren Familienmitglieder geben diese Traditionen stets an die jüngeren Generationen weiter.

6. Mai: Der Tag der bulgarischen Armee

Dieser bulgarische Feiertag ist auch unter dem Namen St. George’s Tag im Land bekannt. In der bulgarischen Historie gilt St. George als der heilige Beschützer der Soldaten. An diesem Tag werden die Verdienste der bulgarischen Armee aus der Vergangenheit gefeiert und auch Verdienste aus der jüngeren Epoche erwähnt. Daher finden am 6. Mai auch landesweit viele verschiedene Militärparaden in Bulgarien statt. In weiten Teilen des Landes finden auch viele öffentliche Feierlichkeiten und Veranstaltungen an diesem Tag statt, die Sie in Bulgarien auf jeden Fall einmal besuchen sollten.

24. Mai: Tag der bulgarischen Schrift und Aufklärung sowie des slawischen Alphabets

Am 24. Mai eines jeden Jahres zelebrieren die Bulgaren die Feier des heiligen Kyrill und     Methodi. Diese beiden bekannten Persönlichkeiten der bulgarischen Kultur waren im 19. Jahrhundert maßgeblich für die slawische Schrift. Dies war ein maßgeblicher Schritt für die Entwicklung des Landes sowie Aufklärung und Kultur des heutigen Bulgariens. Ohne diesen Aufschwung durch die Aufklärung Bulgariens und die damit vermittelte Bildung hätte das Land höchstwahrscheinlich in den vergangenen Jahren keinen derartigen Aufschwung erleben können. An diesem Tag finden landesweit an vielen Schulen verschiedene Feiern und große Veranstaltungen statt, um diesen Tag gebührend zu feiern.

6. September: Der Tag der Einigung Bulgariens

Am 6. September 1885 wurden die beiden, durch den Friedensvertrag von San Stefano getrennten bulgarischen Regionen wieder miteinander vereint. Hierbei handelte es sich um das Fürstentum Bulgarien und um Ostrumelien. In nur sieben Jahren nach der Befreiung vom Osmanischen Reich wurden somit die beiden Teile Bulgariens wieder miteinander vereint. Seitdem ist dieser Tag einer der größten und bedeutendsten nationalen Feiertage in Bulgarien. Der 6. September wird jedes Jahr im ganzen Land groß zelebriert und es finden etliche Veranstaltungen statt.

22 September: Unabhängigkeitstag in Bulgarien

Der 22. September ist der Tag, an dem Prinz Ferdinand I. 1908 in Veliko Tarnovo mit einem besonderen Manifest Bulgarien als unabhängigen Staat ankündigte. Gleichzeitig wurde er zum Zar und das Kaiserreich wurde ausgerufen. Diese Unabhängigkeit wurde seiner Zeit mit der Unterstützung Österreich-Ungarns durchgesetzt. In dieser zeitlichen Epoche erlangte Bulgarien als einziges Balkanland die Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich. Heute zählt der 22. September zu den größten nationalen Feiertagen in Bulgarien und wird mit großen Festen und Veranstaltungen zelebriert. Die Bulgaren gedenken zudem der Revolutionsbewegung in ihrem Land und der damit möglich gewordenen Unabhängigkeit.

1. November: Tag zur Ehrung der Aufklärer Bulgariens

Am 1. November 1909 gingen in der bulgarischen Stadt Plowdiw viele Bulgaren auf die Straßen, um großen Männern der bulgarischen Geschichte zu gedenken. Hierzu gehören Iwan Rilski und der einstige Zar Boris. Es dauerte allerdings einige Jahre, bis dieser Tag zum offiziellen Feiertag in Bulgarien zählte. Erst im Jahr 1922 wurde der 1. November zu den offiziellen Feiertagen des Landes hinzugefügt. An diesem Tag wird allen Personen gedacht, die durch ihre Taten nachhaltig zum Aufstieg und zur Entwicklung von Bulgarien in der Vergangenheit beigetragen haben. Traditionell ziehen die Erwachsenen an diesem Tag mit Fackeln und Fahnen durch die Städte. Die Kinder können hingegen am 1. November einen freien Schultag genießen.

24. Dezember Weihnachten in Bulgarien

Die bulgarischen orthodoxen Christen fangen bereits 40 Tage vor dem 24. Dezember mit der Fastenzeit an. Dies ist eine sehr alte Tradition, die besonders von den gläubigen Bulgaren mit großer Sorgfalt von Jahr zu Jahr eingehalten wird. Traditionell werden zudem in Bulgarien am 24. Dezember kein Fleisch und auch keine tierischen Produkte verzehrt. Alternativ werden in Bulgarien hingegen mehrere vegane Speisen gereicht. Hierzu gehören auch traditionell einige Suppen und auch selbst gemachtes Baniza. Auch die mit Reis gefüllten Kohlblätter gehören generell zu den Speisen, welche am Weihnachtsabend in Bulgarien sehr gerne serviert werden.  Traditionell zündet in der Regel das älteste Mitglied der Familie den Kamin an, bevor sich alle Familienmitglieder zusammen an einen Tisch setzen und mit der Weihnachtsfeier beginnen. Vor dem eigentlichen Hauptgang des Essens wird in vielen Familien ein selbst gebackenes Brot gereicht, von dem sich jedes Familienmitglied ein Stück herausnehmen kann. In einem der Stücke ist dann eine Münze vorhanden, welche dem Finder viel Glück und Reichtum für das kommende Jahr bringen soll. Daher müssen Sie bei diesem Teil des Essens auch besonders vorsichtig beim Hineinbeißen in Ihr Stück Brot sein. Bevor letztendlich gegessen wird, beten alle Familienmitglieder gemeinsam am Tisch. Traditionell wird der Tisch auch am Abend nach der Feier am 24. Dezember nicht vollständig abgeräumt, sondern erst am darauffolgenden Morgen des 25. Dezembers. Die gesamten Feierlichkeiten zum Weihnachtsfest gehen in Bulgarien genau wie in Deutschland bis zum 26. Dezember.